Bereits in den letzten Jahren konnten wir beim Thema Umweltfreundlichkeit eine mehr als positive Bilanz ziehen. Das Müll- und Umweltkonzept "Green Stage" wurde von den BesucherInnen sehr gut angenommen. An den Festival-Tagen wurden am Gelände knapp 200.000 Leerdosen bei den Zipfer-Rücknahme/Tauschständen gesammelt und konnten direkt entsorgt werden. Dieses, in Kooperation mit Zipfer ausgearbeitete Konzept, garantiert einen Mehrwert für unsere Gäste, da die Müllrückgabe belohnt wird. Auch der Green Camper, mit eigenem, super sauberem und gleichzeitig ruhigem Areal fand großen Zuspruch. 2016 soll dieses Konzept natürlich nochmals überarbeitet und verbessert werden, um sowohl für die Umwelt als auch für die Festivalgäste die Belastung durch Müll, die mit einem Festival einhergeht, auf ein Minimum zu reduzieren. Aber nicht nur Gast und Umwelt stehen im Mittelpunkt unseres Umweltkonzepts - auch die Kommunikation mit den Anrainern wird intensiviert, um ein vertrautes Klima zu schaffen. Wir sehen Umweltfreundlichkeit nicht als Last, sondern als eine Möglichkeit, unser Festival für alle angenehmer zu gestalten.

Das Nachhaltigkeitsprogramm "Green Stage" wird unter dem Gesichtspunkt folgender Maßnahmenkriterien erarbeitet:

- Awarenesskonzept zur Umweltbewusstseinsschaffung, richtiger Umgang mit der Natur

- ökologische und soziale Sinnhaftigkeit

- ein speziell mit Zipfer erarbeitetes Dosenentsorgungskonzept, Müllpfand, Mehrwegbecher

- Anrainerkommunikation intensivieren und gleichzeitig verbessern

- mehr Müllsammelcontainer am gesamten Campinggelände

- regelmäßige Reinigung des Festivals und schnelle Endreinigung nahe den Siedlungsgebieten und entlang der Traisen

- strengere Glaskontrollen am Campinggelände

Nicht zuletzt durch die erfolgreiche österreichische Initiative "Green Events Austria" des Lebensministeriums (Bundesministerium für Land und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft) hat nun das Thema der Nachhaltigen Veranstaltungsorganisation auch führende Veranstaltungsagenturen der österreichischen Musikfestivalbranche erreicht. Im Jahr 2010 wurden die zwei größten Musikfestivals in Österreich als Pilotprojekte betreut:

Nova Rock (jährlich 3-tägig im Juni; Ort Nickelsdorf, Burgenland; BesucherInnen über 100.000)

Frequency (jährlich 3-tägig im August; Ort: St. Pölten, NÖ; BesucherInnen über 100.000)

Neben der Optimierung des Ressourceneinsatzes eröffnet die Präsenz des Themas Umwelt und Nachhaltigkeit in der Festivalkommunikation die Möglichkeit zur Sensibilisierung von Jugendlichen - einer erfahrungsgemäß schwer erreichbaren Zielgruppe. Derzeit werden vor dem Hintergrund der Erfahrungen aus Organisation und Durchführung der Frequency Festivals der letzten Jahre in St. Pölten/VAZ alle nachhaltigkeitsrelevanten Bereiche dahingehend überprüft:

- Wo bereits Maßnahmen gesetzt wurden

- Wo Verbesserungen möglich sind

Das Ergebnis dieses „Green Event Check“ ermöglicht eine erste Übersicht der für das Maßnahmenkonzept relevanten Themenbereiche. Gleichzeitig wird auf Grundlage des Green Event Checks eine öffentlichkeitswirksame Zusammenstellung der bisherigen „Nachhaltigkeitsleistungen“ und der in Aussicht genommenen Maßnahmenbereiche für 2013 (Nachhaltigkeitsprogramm) erstellt.

Das Nachhaltigkeitsprogramm wird unter dem Gesichtspunkt folgender Maßnahmenkriterien erarbeitet:

- Aus Nachhaltigkeitsgesichtspunkten ökologisch und sozial sinnvoll, d.h. auch in einem vertretbaren Kosten/Nutzen Verhältnis zu stehen

- das Festival soll logistisch unter den Rahmenbedingungen des Festivalcharakters des Standortes und der verfügbaren Humanressourcen umsetzbar sein.

Die Ziele des Ökokonzepts:

Organisatorische Maßnahmen

- Nachhaltigkeitsteam

Ökologische Maßnahmen

- Zero Waste Mission

- Kernbereich (Abfallvermeidung und –trennung)

- Campingplatz (Abfallvermeidung und –trennung)

- Klimaneutrale Veranstaltung

- Green Office und Kommunikation

- Klimaschonende Mobilität

- Green Energy

- Bio-Regional-Saisonal-Fair Catering

- Kunstprojekt Garbage Garbage
more about Garbage ...
: Bewusstmachen und Sensibilisierung

Soziale, soziokulturelle und regional-ökonomische Maßnahmen

- Free Water

- Gender Mainstreaming

- Barrierefrei

- Anti-rassistische Aspekte

- Jugendschutz

Mehrjährige Strategie: es wird davon ausgegangen, dass es insbesondere im Themenbereich Abfall nicht möglich ist, innerhalb eines Jahres die bestehenden Problemlagen zu beseitigen. Vor diesem Hintergrund sind alle zu treffenden Maßnahmen Teil eines mehrjährigen Konzepts und sollen jährlich evaluiert und optimiert werden.

Kombination von Maßnahmen: das Konzept zur getrennten Abfallsammlung baut auf einer Bündelung verschiedenster Maßnahmen auf. Damit wird versucht, den unterschiedlichen Anforderungen (situativ und auf der Verhaltensebene der BesucherInnen) gerecht zu werden. Die Maßnahmenbündel werden je nach Erfolg von Jahr zu Jahr optimiert.

Sechs Schritte zur Abfalloptimierung beim Musikfestival Frequency

SCHRITT 1: Getränkeausschank inkl. Anlieferung der Getränke in Mehrweg und Großgebinde (Mehrwegbecher, Fassware, Container, Mehrwegflaschen Backstage)

SCHRITT 2: Abfallvermeidung bei der Verpflegung festlegen

SCHRITT 3: Vereinbarungen mit Caterer/Verpflegungsfirma

SCHRITT 4: Optimierte Abfalltrennung und Abfallsammlung bei der Veranstaltung

SCHRITT 5: Werbung: Prospekte, Flyer, Werbeartikel und Dekoration

SCHRITT 6: Information der Besucherinnen und Besucher

Der Einsatz von gepfandeten Mehrwegbechern und Mehrweggeschirr:

- Essen und Trinken aus Mehrweggeschirr steigert die Qualität des Festivals und prägt die Eventkultur

- Mehrweg hat eine hohe Akzeptanz, speziell beim jüngeren Publikum

- Mehrweg steigert die Verkaufszahlen durch mehrmaligen Kundenkontakt

- Anti-Littering: Das Festivalgelände sowie die unmittelbare Umgebung bleiben sauber und werden nicht "vermüllt": Mehrweg führt zu einem sauberen Veranstaltungsort

- Aufräumarbeiten und Entsorgungskosten sind geringer

- Weniger Ressourcen werden verbraucht (Rohstoffe, Wasser, Energie, Luft): Ökobilanzen weisen für Mehrwegbecher und Mehrweggeschirr die geringsten Umweltauswirkungen aus

- Neben Mehrweggeschirr aus Porzellan und Glas können, wenn es die Sicherheitsbestimmungen erfordern, auch Mehrwegbecher und -teller aus bruchsicherem Hartkunststoff eingesetzt werden

- Positives Image bei Behörden, Medien, AnrainerInnen und FestivalbesucherInnen

- Durch individuelle Gestaltung der Mehrwegbecher (Sponsorenbecher, Frequencybecher, etc.) können Mehrwegbecher als Merchandisingartikel verkauft werden. Somit bleibt das Festival länger und nachhaltig in Erinnerung.

Hinweis: Auch kompostierbare Einwegbecher aus nachwachsenden Rohstoffen, sogenannte Biokunststoffe (PLA), schneiden nicht besser ab als herkömmliche Einwegbecher aus Erdöl z.B. aus PET. Das zeigt eine Ökobilanz des Österreichischen Ökologie-Instituts im Rahmen des Nachhaltigkeitskonzepts für die Fußball-Europameisterschaft UEFA EURO 2008TM. Die Studie liefert die neusten ökologischen Vergleichsdaten der derzeit auf dem Markt erhältlichen Mehrweg- und Einweggetränkebecher.

 

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